Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes!

Bemerkungen: [] = Absatzmarken im Volltext des Originals; Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes! [] Arbeiter, Angestellte und Beamte! [] 1945 lag die deutsche Wirtschaft in Trümmern. [] Während Ihr in Fabriken, Kontoren und Verwaltungen am Wiederaufbau Deutschlands unter größten Entbehrungen gear...

Full description

Bibliographic Details
Main Authors: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand, Fette, Christian, Mittelrheinische Druckerei und Verlagsanstalt GmbH, Köln-Deutz
Institution:Archiv der sozialen Demokratie (AdsD)
Format: IMAGE
Language:German
Published: 1952
Subjects:
Online Access:http://hdl.handle.net/11088/51406030-F189-453B-8CB1-37A561EF530F
Description
Summary:Bemerkungen: [] = Absatzmarken im Volltext des Originals; Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes! [] Arbeiter, Angestellte und Beamte! [] 1945 lag die deutsche Wirtschaft in Trümmern. [] Während Ihr in Fabriken, Kontoren und Verwaltungen am Wiederaufbau Deutschlands unter größten Entbehrungen gearbeitet habt, waren diejenigen, die den Zusammenbruch Deutschlands verschuldeten, von der Bildfläche verschwunden. [] Ihr allein habt das vollbracht, was andere als das "deutsche Wirtschaftswunder" bezeichnen. [] Eure Leistung wurde damals anerkannt und in höchsten Tönen gepriesen. Maßgebliche Unternehmer, Vertreter der Verwaltungen und aller politischen Parteien bekannten sich einmütig zu einer neuen Wirtschaftsordnung auf der Grundlage der völligen Gleichberechtigung der Arbeitnehmer. Aus dieser Erkenntnis geschichtlicher Notwendigkeiten entstanden neben den wirtschaftspolitischen Grundsätzen des Deutschen Gewerkschaftsbundes, das Ahlener Programm, zustimmende Erklärungen der Regierungen und verantwortlicher Persönlichkeiten in Wirtschaft und Staat. [] Was aber geschieht heute? [] Man sperrt sich immer mehr dagegen, diese Versprechen einzulösen! In der Montanindustrie konnte das Mitbestimmungsrecht nur unter größten Schwierigkeiten durchgesetzt werden. [] Seitdem ist der Widerstand noch mehr gewachsen. [] Die echte Mitbestimmung der Arbeitnehmerschaft in der übrigen Wirtschaft und in der Verwaltung soll verhindert werden. [] Das zeigt besonders das beabsichtigte Betriebsverfassungsgesetz. [] Es beweist die klare Absicht, ein wirkliches Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmerschaft zu vereiteln. [] Es bestätigt die überlebten Vorrechte der Arbeitgeber! [] Es beläßt die Arbeitnehmer in ihrer Stellung als Wirtschaftsuntertan! [] Darüber hinaus nimmt der Entwurf des Betriebsverfassungsgesetzes Euch Rechte, die Ihr vor 1933 gehabt habt, die Euch nach 1945 durch Länderverfassungen, Ländergesetze oder betriebliche Vereinbarungen gesichert waren und in der schwierigen Zeit des Wiederaufbaues ihre Bewährungsprobe bestanden haben. [] Dazu kommt die Absicht, die gewerkschaftliche Einheit von Arbeitern, Angestellten und Beamten zu untergraben und durch ein Ausnahmerecht für den öffentlichen Dienst die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen. [] Der Deutsche Gewerkschaftsbund vermag die Verantwortung für diese Entwicklung nicht mehr zu tragen! [] Dieser Entwurf darf nicht Gesetz werden! [] Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die ihm angeschlossenen Gewerkschaften rufen Euch auf zum Kampf für ein fortschrittliches Betriebsverfassungsrecht als Grundlage der demokratischen Ordnung in Wirtschaft und Verwaltung. [] Es geht hier nicht um gewerkschaftliches "Machtstreben". [] Es geht um eine gerechte Ordnung. [] Es geht um den Bestand der Demokratie. [] Es geht um die Stabilität der Wirtschaft. [] Es geht um die Sicherung Deines Arbeitsplatzes. [] Es geht um das Wohl der gesamten Nation. [] Haltet Euch bereit! Übt Disziplin! Folgt den Weisungen Eurer Gewerkschaften! [] DEUTSCHER GEWERKSCHAFTSBUND [] DER BUNDESVORSTAND [] Chr. Fette [] Vorsitzender [] Düsseldorf, den 12. Mai 1952 [] Mittelrheinische Druckerei und Verlagsanstalt GmbH, Köln-Deutz
Published:1952