Wählerinnen und Wähler im Landkreis Springe!

Bemerkungen: [] = Absatzmarken im Volltext des Originals; Wählerinnen und Wähler im Landkreis Springe! [] Am 9. November 1952 wird auch im Landkreis Springe ein neuer Kreistag gewählt. Der alte Kreistag, der am 28. November 1948 gewählt wurde, hat seine Arbeit abgeschlossen. In diesem Kreistag war d...

Full description

Bibliographic Details
Main Authors: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Hannover Land, Hannoversche Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Hannover
Institution:Archiv der sozialen Demokratie (AdsD)
Format: IMAGE
Language:German
Published: 09.11.1952
Subjects:
Online Access:http://hdl.handle.net/11088/2848B769-4DAE-472A-B9F4-33E0A431F063
Description
Summary:Bemerkungen: [] = Absatzmarken im Volltext des Originals; Wählerinnen und Wähler im Landkreis Springe! [] Am 9. November 1952 wird auch im Landkreis Springe ein neuer Kreistag gewählt. Der alte Kreistag, der am 28. November 1948 gewählt wurde, hat seine Arbeit abgeschlossen. In diesem Kreistag war die SPD in der Minderheit. [] Wir fühlen uns verpflichtet unseren Wählerinnen und Wählern über die geleistete Arbeit einen Rechenschaftsbericht zu geben. [] Die sozialdemokratischen Mitglieder des bisherigen Kreistages waren sich bei der Aufnahme ihrer Arbeit darüber klar, daß sie ihre ganze Kraft dafür einzusetzen hatten, das schwere Los der arbeitenden Bevölkerung unseres Landkreises zu mildern. [] Was wurde erreicht? [] Wohnungsbau: [] Um den Wohnungsbau in Angriff zu nehmen, war das Geld die Voraussetzung. Es wurde die Wohnraumsteuer eingeführt, die die Restfinanzierung der neu zu erstellenden Wohnungen möglich machte. Folgende Wohnungen wurden gebaut: [] 1948 75 Wohnungen [] 1949 371 " [] 1950 293 " [] 1951 325 " [] bis 31. Juli 1952 255 " [] 1319 Wohnungen [] Obwohl die Wohnungsnot noch nicht beseitigt ist, haben die Vertreter der bürgerlichen Parteien, die jetzt die Wählergemeinschaft bilden, immer wieder versucht die Wohnraumsteuer zu beseitigen oder zu durchlöchern. Damit haben sie unter Beweis gestellt, daß sie nicht bereit sind, für die vielen Vertriebenen unseres Landkreises die notwendigen Opfer zu bringen. [] Förderung unserer Volksschulen: [] Im Landkreis Springe gibt es 3 Mittelschulen mit 1000 Schulkindern [] 39 Volksschulen mit 8100 Schulkindern [] Für diese Schulen wurden bereitgestellt: [] Mittelschulen: 1950 15000 DM [] 1951 15000 DM [] 1952 10000 DM [] 40000 DM [] Dagegen für die Volksschulen: [] 1950 12000 DM [] 1951 12000 DM [] 1952 5400 DM [] 29400 DM [] In diesen Fällen sind die Beträge für Schulbaurücklagen nicht enthalten. Die sozialdemokratischen Vertreter in dem bisherigen Kreistag waren bemüht vor allem für die Kinder der Volksschulen mehr Geld bereitzustellen. Nur in hartem Kampf gegen die bürgerliche Mehrheit des Kreistages war es möglich, für die viel größere Anzahl der Volksschulen die oben angeführten Beträge durchzusetzen. [] Förderung des Berufsschulwesens: [] In allen Berufsschulen des Landkreises Springe werden 2342 Schulpflichtige unterrichtet. [] Für diese wurden bewilligt: [] 1950 1125 DM [] 1951 3200 DM [] 1952 2500 DM [] 6825 DM [] Dieses Geld diente dazu, die Anfahrtkosten nach den Schulen für die Schulpflichtigen zu erstatten, wenn sie zu den minderbemittelten Bevölkerungskreisen zählten. Und welche Schulkinder der Berufsschule gehören nicht zu diesen Bevölkerungskreisen? Auch dieses Geld konnte nur nach hartem Kampf gegen den Willen der bürgerlichen Vertreter bereitgestellt werden. [] Unser Kreiskrankenhaus: [] Um den Einwohnern unseres Kreises die Möglichkeit zu schaffen, bei Krankheit ein Krankenhaus aufsuchen zu können, mußte die Einrichtung eines Kreiskrankenhauses gefordert werden. In den benachbarten Städten Hameln, Hildesheim und Hannover konnten die Kranken wegen Platzmangels sehr oft nicht untergebracht werden. Die jetzige Unterbringung des Kreiskrankenhauses im früheren Jagdschloß stellt eine Notlösung dar. Trotzdem ist dieses Kreiskrankenhaus mit seinen 105 Betten immer voll belegt. Damit wurde die Notwendigkeit unserer Forderung unterstrichen. [] Gasversorgung für den Landkreis Springe: [] Vorherrschend in unserem Landkreis ist die Holzindustrie. Diese einseitige Industrialisierung hat seine Gefahren, wie es uns die Not im Frühjahr gezeigt hat. Um andere Industrien in unserem Landkreis seßhaft zu machen, wie z. B. Metall- und Glasindustrie, ist die Versorgung mit Gas notwendig. Es war deshalb unser Bemühen, die Gasversorgung durchzusetzen. Die Voraussetzungen sind jetzt geschaffen worden. [] Wählerinnen und Wähler! In diesem kurzen Bericht konnten wir nur die wichtigsten Punkte unserer Bemühungen aufzeigen. [] Sie haben aber erkennen können, daß wir uns immer für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung unseres Landkreises eingesetzt haben. Damit sind wir unserem Ziele treu geblieben. Nunmehr haben Sie die Pflicht, zu entscheiden, ob unsere Arbeit in den nächsten vier Jahren für den Landkreis Springe fortgesetzt werden soll. [] Wir fordern: [] Fortsetzung des Wohnungsbaues [] Neubau von Volksschulen [] Ausbau unserer Berufsschulen [] Bau eines Kreiskrankenhauses [] Ausbau unserer Kreisstraßen [] Durchführung der Gasversorgung [] Darum geben Sie um 9. November 1952 ihre 3 Stimmen den Kreistagskandidaten der Liste 1 SPD [] Verantwortlich: Vorstand des Unterbezirks Hannover Land - Druck: Hannoversche Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H., Hannover
Published:09.11.1952