“…[] Täglich sprechen wir deutschen Kriegsgefangenen über amerikanische und britische Sender mit unseren Kameraden an der Front und in der Heimat. [] Wir sind seit 12 Jahren die ersten Deutschen, die aussprechen und schreiben, was sie denken, ohne dass sie von der Gestapo verhaftet, gefoltert und ermordet werden. [] Wir sind nicht alle alte Gegner des
Nazi-Regimes. [] So geschickt hat es Hitler verstanden, in Deutschland seine Ziele und Methoden zu verschleiern, dass mancher deutsche Soldat, der ehrlich gekämpft hat, erst in diesen letzten Jahren erkannt hat, was der Nationalsozialismus bedeutet und was für ein furchtbares Zerrbild Hitler aus dem Gesicht des deutschen Volkes gemacht hat. [] Was wir wollen [] Diese Erkenntnis unserer Heimat zu vermitteln, die aus Eigenem noch nicht vermag, das Joch des Terrors und der Propaganda abzuwerfen, haben wir Kriegsgefangenen zu unserer Aufgabe gemacht. [] Unsere Aufgabe ist es, die Verbrechen des Nationalsozialismus wieder gutzumachen, das geschändete Antlitz unseres Volkes wiederherzustellen und das Vertrauen der Welt wiederzugewinnen, damit wir eines Tages zurückkehren können in die Gemeinschaft der Völker. [] Wir wollen unserer Heimat wieder das wahre Deutschland bewußt machen, das Deutschland der Bach und Beethoven, der Goethe, Heinrich Heine und Thomas Mann, der Albrecht Dürer und Franz Marc, der Robert Koch und Albert Einstein - dieses wahre Deutschland, das mit Hitlers Reich nichts gemein hat. [] Wir wollen unsrer Heimat aufklären, dass die Fortsetzung des verlorenen Krieges sich nur noch zu unserem Schaden auswirken kann. [] Wir wollen der Propaganda, mit der Hitler unsere Frauen und Kinder in den sicheren Tod schicken will, entgegensetzen, dass die Alliierten nicht die Versklavung und Ausbeutung unseres Volkes wollen. [] Wir wollen der Heimat die Zuversicht geben, dass wir noch eine Zukunft haben, dass das Leben auch für uns wieder lebenswert werden wird. [] Dieser schweren Aufgabe können wir schon heute als Kriegsgefangene dienen. …”
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