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ANFANG! AUFBAU! AUFSTIEG! [] An die Wählerschaft von Würzburg [] wendet sich der Ortsverein Würzburg der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit diesem Aufruf zur Wahl der Stadträte am Sonntag, den 30. Mai 1948. Unsere Erklärungen sind knapp und klar, eindeutig und ehrlich. So wie unsere selbstlose Arbeit für das Wohl der Stadt und ihrer Bevölkerung stets war, so sind auch unsere gemeindepolitischen Ansichten und Absichten für die kommenden Jahre. Die Zeit des ersten Versuchs für eine neue Ordnung in unserer Stadt, des oft so dilettantischen Experimentierens für die beste Art des Wiederaufbaus, muß endgültig vorbei sein! [] Der wirklich systematischer und planvoller kommunaler Arbeit muß mit der Wahl des neuen Stadtrates nun auch in Würzburg beginnen. Die Wählerinnen und Wähler haben das Geschick und die Zukunft unserer Stadt in der Hand. Der Stimmzettel entscheidet über die Möglichkeiten einer wahrhaft zweckvollen und vorbildlichen Stadtpolitik. Diese Politik muß demokratisch und sie muß sozialistisch sein. In unseren Städten wurde mit dem Recht der Selbstverwaltung die politische Demokratie geboren. Der freien wissenschaftlichen Arbeit, dem klassischen und künstlerischen Schaffen unserer Größten, der wirtschaftlichen und technischen Entwicklung, dem religiös-moralischen und pädagogisch-zeitgemäßen Schulwesen gaben die demokratischen deutschen Städte Grundlage und Sicherheit. Das war einmal! Das nazistische Gewaltsystem und der Krieg haben diese Fundamente zerstört. Auch die soziale, gesundheitliche und familiäre Sicherheit wurde beseitigt. Was bisher, nach dem Kriegsende, geschah, das war noch nichts weiter als erste Notmaßnahme. Das neue Stadtparlament aber hat in den nächsten vier Jahren sinnvoll, zweckvoll und planmäßig den Anfang mit dem wirklichen Aufbau Würzburgs zu machen. [] Der Aufbau unserer so total zerstörten Stadt kann nur dann den gewollten Erfolg haben, wenn alle engherzigen und reaktionären Interessen durch die Wählerschaft zurückgewiesen werden. Das Wichtigste für Würzburg ist der Wohnungsbau. Er geht allem voran! Erst kommt der Mensch, der aus den Kellerhöhlen und den moral- und familienauflösenden Massenbehausungen befreit werden muß. Dieser Wohnungsbau muß durch Stadt und Staat geplant, gelenkt und in umfassendster Weise durchgeführt werden. Der private Wohnungsbau hat sich uneigennützig dem Bauplan der neuen, gesunden und sozialen Stadt einzufügen. Unchristliche Sonderinteressen haben sich dem allgemeinen Wohl der Gesamtbevölkerung unterzuordnen. Die Freiheit verliert ihren Sinn da, wo sie zum Unrecht gegen den Mitmenschen wird. Für die Industrie, das Gewerbe, das Handwerk, muß sich der Wiederaufbau zweckvoll und ergänzend innerhalb des planvollen Wohnungsbaues vollziehen. Die erhabenen Zeichen einer großen Vergangenheit wollen wir als edlen Schmuck in die neue Schönheit der neuen Stadt stellen. Wählt Männer und Frauen, die bereit sind, endlich die schaurige Ruine abzutragen und den Anfang für den Aufbau der neuen Stadt trotz aller Widerstände zu wagen. Wählt Sozialdemokraten! [] Der Aufstieg beginnt auch für das neue Würzburg mit dem Anfang des tatsächlichen Aufbaus. In gesunder und zweckvoller Lage außerhalb der inneren Stadt muß sich das neue Wohngebiet der herrlichen und naturfrohen Landschaft eingliedern. Der Aufstieg muß durch geistig und körperlich gesunde Menschen bewiesen werden. Er kann sich nur in Licht und Luft und Sonne entwickeln. Ihm hat das noch sehr zu verbessernde Gesundheits- und Schulwesen zu dienen, ihm gibt die Stadt die Möglichkeiten durch eine großzügige und charaktervolle Jugendpflege. Jugendheime, Bibliotheken, Badeplätze, Schwimmhallen und Sportplätze für unsere Jugend sind die erfolgreichsten Mittel für den Wiederaufstieg Würzburgs. An der Jugend haben wir Vieles gut zu machen und mit der Jugend allein ist eine friedliche, glücklichere und sittliche Zukunft aufzubauen. Wir wollen anfangen aufzubauen für den Aufstieg unserer Stadt; mit Verantwortung und mit dem Vertrauen der Männer und Frauen von Würzburg. Es gilt der Hilfe für den leidenden Menschen, es gilt dem Kinde und der Jugend, es gilt dem Aufstieg, den Würzburg und seine Bürgerschaft aus den Ruinen nehmen soll. [] Unsere ganze Arbeit mit Mut u. Tatkraft für das neue Würzburg! Der Universität, der Industrie und Technik, der Kunst und Bildung, der Schule und der Jugend, den Notleidenden und Wohnungslosen werden die sozialdemokratischen Kandidaten für den neuen Stadtrat ihren kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Willen und ihre Erfahrung als Demokraten und Sozialisten zur Verfügung stellen. [] Deshalb, Ihr Männer und Frauen von Würzburg, wenn Ihr wollt, daß der Anfang zum Aufbau und Aufstieg auch in unserer Stadt das Experimentieren ablösen soll, [] DANN WÄHLT DIE LISTE DER SPD! [] So allein wählt Ihr richtig: [] Wahlvorschlag Nr. 2 [] Kennwort: Sozialdemokratische Partei [] 1. Georg Sittig, Bürgermeister Georg Sittig, Bürgermeister Georg Sittig, Bürgermeister [] 2. Hans Brandmann, Kassenleiter Hans Brandmann, Kassenleiter Hans Brandmann, Kassenleiter [] 3. Philipp Fasel, Angestellter Philipp Fasel, Angestellter Philipp Fasel, Angestellter [] 4. Gerda Vey, Bezirks-Frauensekretärin Gerda Vey, Bezirks-Frauensekretärin Gerda Vey, Bezirks-Frauensekretärin [] 5. Wilhelm Bauer, Oberstudiendirektor 6. Hugo Sautter, Kaufmann 7. Nikolaus Benkert, Bauaufseher 8. Hans Frankenberger, R.-B.-Obers. 9. Hans Heß, Ingenieur 10. Gottlieb Jordan, Angestellter 11. Berta Fuchs, Hausfrau 12. Arthur Bünning, Buchhalter 13. Hans Spanheimer, Geschäftsführer 14. Kaspar Meder, Amtmann 15. Gustav Ruppert, R.-B.-Zugführer 16. Leonhard Kestler, kaufm. Angest. 17. Richard Schneider, Schreiner 18. Otto Mahr Schriftsetzer 19. Hans Süß, Textilienhändler 20. Emma Dutschka, Hausfrau 21. Heinrich Weber, Angestellter 22. Jos. Ostreicher, Vorhandwerker 23. Franz Bieber, Kraftfahrer 24. Hans Wagner, Kfz.-Elektromeister 25. Hans Behringer, Spenglermeister 26. Gregor Wolk, Einkassierer 27. Josef Stab, Lokomotivführer 28. Hilde Höppner, Hausfrau 29. Peter Wiener, Bauarbeiter 30. Philipp Lülling, Angestellter 31. Gustav Münich, Angestellter 32. Max Boser, Angestellter 33. Franz Döll, R.-B.-Assistent 34. Hans Schmitt, Baukontrolleur [] Verantwortlich: Ernst Schumacher, Würzburg [] Druck: Chr. Lampert, Schweinfurt 5 48 10000 [] Das Kreuz NUR in den Kreis des Wahlvorschlages der SPD Ohne Änderungen das beste Resultat für den Anfang des Aufstiegs zum Aufbau! [] POSTWURFSENDUNG [] An alle Haushaltungen in Würzburg [] SPD Wählt Liste 2
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