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Bemerkungen: [] = Absatzmarken im Volltext des Originals; Teile des Flugblattes konnten nicht OCR-gelesen werden! 5.000.000.000 [] 5 Milliarden [] Kleine Lektion über Besatzungskosten [] Was jeder wissen muss! [] Eine vielsagende Zeitungsmeldung: [] Frankfurt, 5. Mai (DPD). In seinem Sonderzug gab...

Full description

Bibliographic Details
Main Authors: Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Vorstand, Goldstein, Kurt, Westfalendruck, Dortmund
Institution:Archiv der sozialen Demokratie (AdsD)
Format: IMAGE
Language:German
Published: 22.06.1949 - 14.08.1949
Subjects:
Online Access:http://hdl.handle.net/11088/32F9147E-82BF-4691-8293-0B471D26F71A
Description
Summary:Bemerkungen: [] = Absatzmarken im Volltext des Originals; Teile des Flugblattes konnten nicht OCR-gelesen werden! 5.000.000.000 [] 5 Milliarden [] Kleine Lektion über Besatzungskosten [] Was jeder wissen muss! [] Eine vielsagende Zeitungsmeldung: [] Frankfurt, 5. Mai (DPD). In seinem Sonderzug gab General Clay eine Pressekonferenz für ausländische Journalisten. Dabei erklärte der amerikanische Militärgouverneur, daß die USA Deutschland noch 5-20 Jahre besetzt halten müßten. [] Der Sonderzug des Generals Clay [] Nicht nur General Clay hatte einen Sonderzug zur Verfügung. Bei der Reichsbahn läuft eine ganze Reihe von Triebwagen mit bester Innenausstattung, eigener Küche und ausgesuchtem Personal, die dem Transport von höherem Besatzungssoffizieren dienen. Die Leute haben ja auch viel zu fahren. Mit dem Auto ist es immer eine unsichere Sache. Die Bahn kostet das gleiche und schließlich geht ja alles - auf Besatzungskosten. Für Transporte, Treibstoffe und Beförderung werden in den Westzonen ca. 10 Prozent der Gesamtbesatzungskosten ausgegeben. 1947 betrugen nach der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 27. 7. 48 die Besatzungskosten für die drei Westzonen: 5 Milliarden D [] M. 1949 schätzungsweise 5 Milliarden DM. 10 Prozent sind 500 Millionen DM. Damit läßt sich Sonderzug fahren, Auto fahren, Tram fahren, fliegen, kurz, man braucht eben keinen Schritt zu gehen. Jeder Jeep, der mit Veronik durch die Straßen braust, bekommt von dir und mir und allen Trizonesiern die Fahrkosten ersetzt: Besatzungskosten. [] Noch 5 bis 20 Jahre "Schutz" [] Der zweite bayerische Nachkriegsministerpräsident Dr. Wilhelm Högner [!] [Hoegner] von der Sozialdemokratischen Partei und Dr. Adenauer (CDU) sagten einmal, die Besatzungsmächte müßten 45-50 Jahre dableiben sonst käme der Nationalsozialismus wieder. Dr. Schumacher glaubte, es würden 25 Jahre reichen. General Clay ging auf 5-20 Jahre herunter. Man sieht, alles ist veränderlich. Immerhin kosten uns fünf Jahre Besatzung in den Westzonen 25 Milliarden DM, 20 Jahre Besatzung: 100 Milliarden. Damit werden wir in 20 Jahren 100 Milliarden DM los, ohne auch mir einen Pfennig an Reparationen geleistet zu haben. Wer heute über die Besatzungskosten schimpft, ist nur dann ehrlich, wenn er gleichzeitig gegen das Besatzungsstatut auftritt, das die Besatzung und damit die riesigen Kosten verewigt. [] Es ist ein Jammer mit den Steuern ... [] Leider jammern die Leute meist bloß über die hohen Steuern und Abgaben, statt sich Klarheit zu verschaffen und dann beizutragen, daß die Steuern niedriger werden. Es kann doch nur nützlich sein, wenn man weitererzählt, daß in Nordrhein-Westfalen 40-45 Proz. der gesamten Steuereinnahmen für Besatzungskosten ausgegeben werden. "Bei uns ist es über nicht so schlimm!" denkt nun mancher. Im Haushalt des Landes Bayern für 1949/50 sind nicht weniger als 521 Millionen DM oder 18,2 Prozent der Gesamtausgaben allein für Löhne und Gehälter an Deutsche in Diensten der Besatzungsmacht, für Mieten und Möbelbenützung des amerikanischen Besatzungspersonals eingesetzt. ("Main-Echo" vom 14.3.49.) Im Dezember 1948 hatte das Land Niedersachsen einen Besatzungskostenaufwand von 53,8 Millionen DM, das sind 43,7 Prozent des Gesamtsteueraufwands. Max Brauer, der Hamburger Oberbürgermeister, der sicher nichts schlechtmacht, was aus dem Westen kommt, mußte berichten, daß Hamburg im Oktober 1948 täglich eine Million D-Mark für den Unterhalt der Besatzungsmacht aufzubringen hatte. In der französischen Zone (Rheinland-Pfalz, Südbaden, Württemberg-Hohenzollern) fraßen die Besatzungskosten gar 60 Prozent der Steuereinnahmen ("Köln-Rundschau" v. 20.10.48). [] "Schleswig-Holstein, meerumschlungen" [] -------------------------------------------------------------- -------- [] [Der restliche Text konnte nicht OCR-gelesen werden.]
Published:22.06.1949 - 14.08.1949