Description
Summary:Bemerkungen: [] = Absatzmarken im Volltext des Originals; Die Illustrationen (Photos) stammen aus dem AdsD der FES Sozial und demokratisch - die bayerische SPD. [] Unsere Landtagskandidaten stellen sich vor. [] Die bayerische SPD [] Ihre Erststimme Herbert Franz, Ing. (grad.) Albert-Schweitzer-Str. 1, 8700 Würzburg 25, Tel. (0931) 271.529 42 Jahre, röm.-kath., verheiratet, zwei Töchter. Gelernter Maschinenschlosser, Ingenieurstudium über den 2. Bildungsweg, 20jährige Berufspraxis. Seit 1961 Betriebsrat, ab 1969 Vorsitzender und seit 1972 stellv. Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Firma Koenig & Bauer. Früher aktiver Sportler, 10 Jahre Rotkreuzhelfer und Ausbilder, 4 Jahre Schöffe am Amts- und Landgericht, 3 Jahre Kindergarten-Elternbeiratsvorsitzender. Mitglied im Sportverein und der Arbeiterwohlfahrt in Lengfeld und der Industriegewerkschaft Metall. Von 1972-1978 Kreisrat, Mitglied des Haupt- und Personalausschusses. Seit 1974 Vorsitzender der SPD im Landkreis Würzburg. So weit es die knappe Freizeit zuläßt, passionierter Hobbygärtner, Wanderer und Freund guter Musik. [] Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, [] wenn ich am 15. Oktober um Ihr Vertrauen für die Wahl zum Bayerischen Landtag bitte, weiß ich, daß viele Probleme vor uns liegen. [] Durch meine bisherige Tätigkeit in verschiedenen Bereichen habe ich Kenntnisse und Erfahrungen gewonnen, die ich auch in diese interessante Aufgabe einbringen möchte. [] Als Schwerpunkte nach dem Grundsatz: Gutes bewahren, Besseres schaffen - sehe ich zunächst die wichtigen Bereiche: [] Arbeitsmarkt-, Struktur- und Berufsbildungspolitik sowie Wirtschafts-, Sozial- und Verkehrspolitik. [] Ich möchte bei den vielfältigen Aufgaben unserer Städte und Gemeinden sowie des Landkreises mitwirken und ihre kommunalen Mandatsträger nach Kräften unterstützen. Mit ihnen möchte ich mich für den Abbau der Bürokratisierung und eine bürgernahe Verwaltung einsetzen. Unseren Vereinen gilt meine besondere Aufmerksamkeit. [] Weitere Schwerpunkte werden für mich sein: [] - Verstärkte Förderung des Sports und von Freizeit- und Naherholungseinrichtungen [] - Förderung des kulturellen und kommunalen Eigenlebens, insbesondere der Gemeinden, die mit der Gebietsreform ihre Selbständigkeit verloren haben [] - Erhaltung und Schaffung neuer Arbeitsplätze im Landkreis Würzburg [] - Bau einer kostengünstigen umweltfreundlichen Müll- und Klärschlammbeseitigungsanlage [] - Bildung eines Verkehrs- und Tarifverbundes [] - Maintaluntertunnelung für die Bundesbahn-Schnellbahntrasse. [] Ich bin mir bewußt, daß nicht alles finanziert werden kann, was wünschenswert wäre. Oft genug wird aber viel Geld für weniger Wichtiges ausgegeben. Ich werde mich dafür einsetzen, daß die Lösung echter Probleme Vorrang erhält. Helfen Sie mir dabei bitte mit Ihrer Stimme! [] Ihr [] Herbert Franz [] Ihre Zweitstimme ist genauso wichtig! [] Ihre Zweitstimme Wolfgang Härtel Liste SPD, Platz 12 Tulpenstr. 7, 8712 Volkach, Tel. (09381) 1534 Geboren 1942 in Swinemünde, rk, verheiratet, 3 schulpflichtige Kinder. Besuch der Volksschule und Berufsschule Abschluß einer Lehre als Industriekaufmann. Seit 16 Jahren im Polizeidienst tätig, davon über mehrere Jahre als Fahrlehrer. Vorsitzender der SPD in Völkach. Kreisrat in Kitzingen. [] Die Erststimmen (kleiner Stimmzettel) und die Zweitstimmen (großer Stimmzettel) werden zusammengezählt. Von diesem Gesamtergebnis hängt es ab, wie viele und welche SPD-Abgeordneten gewählt sind. Deshalb geben Sie bitte beide Stimmen den Kandidaten der bayerischen SPD! [] Herausgeber: SPD-Landesverband Bayern - Verantwortlich: Heinz Schmude, Über der Klause 12, 8000 München 90 - Gestaltung: image-factory, München - Illustrationen: AdsD/FES - Druck: Druckhaus Neue Presse, Coburg [] Von Freiheit verstehen wir mehr! [] Die Geschichte der bayerischen SPD [] Die materielle Not der Arbeiter (80-Stunden-Woche und karger Lohn) führt vor über hundert Jahren auch in Bayern zur Gründung der ersten Arbeitervereine. Ihre Ziele sind bessere Bildung und Bezahlung, Einschränkung der Kinderarbeit und das allgemeine Wahlrecht. Diese "sozialdemokratischen Umtriebe" werden von den bayerischen Regierungen jahrzehntelang erbittert bekämpft. [] 1871 fordert der "Sozialdemokratische Landeswahlausschuß" zur Reichstagswahl u.a. die allgemeine Schulpflicht, Unabhängigkeit der Gerichte, Verbot der Kinderarbeit und das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht. [] 1878 wird auch in Bayern den sozialdemokratischen Vereinen und Gewerkschaften jede Betätigung durch das "Sozialistengesetz" verboten. Das Verbot dauert bis 1890. [] 1881 Trotz der Sozialistengesetze wird der erste bayerische Sozialdemokrat in den Reichstag gewählt: der Nürnberger Karl Grillenberger [] 1892 Gründung des Landesverbandes der bayerischen SPD. Im Wahlprogramm fordert die SPD u.a. freie Lernmittel, die Bekämpfung der Bürokratie und die Freiheit von Wissenschaft und Kunst. [] 1893 Erstmals werden fünf Sozialdemokraten in den Bayerischen Landtag gewählt. Im Bild: Grillenberger, Löwenstein, Ehrhart, Scherm, von Vollmar. [] 1898 erreicht die bayerische SPD, daß Frauen politischen Vereinen angehören und politische Versammlungen besuchen dürfen. [] 1906 Bayerische Sozialdemokraten und das Zentrum erreichen gegen den Widerstand der Konservativen die Einführung des direkten Wahlrechtes [] Georg von Vollmar (1850-1922), der erste Vorsitzende der bayerischen Sozialdemokraten. [] 1912 Die bayerische SPD hat 1912 90.000 Mitglieder und erzielt bei der Reichstagswahl 27 Prozent der Stimmen. [] 1919 Eine jahrzehntealte Forderung der SPD ist endlich erfüllt: Erstmals dürfen auch Frauen zur Landtagswahl gehen. Die bayerische SPD erhält 33 Prozent der Stimmen. Der Sozialdemokrat Johannes Hoffmann wird für ein Jahr Ministerpräsident einer Koalitionsregierung. [] 1928 deckt der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Wilhelm Hoegner einen Justizskandal auf: Entgegen den klaren Gesetzesvorschriften wurde Hitler nach seinem gescheiterten Putsch nicht ausgewiesen. [] Mit den Reichsbannerformationen versuchen Sozialdemokraten, die Weimarer Republik gegen die Nazis zu verteidigen. Im Bild: die Münchner "Auer-Garde". [] 1930 gehen SA und SS mit Mord und Terror gegen ihre politischen Gegner vor. SPD und Gewerkschaften gründen die "Eiserne Front". Ihr Wahlspruch: "Wir werden kämpfen für die Freiheit der Nation". [] 1933 bis 1945. Hitler wird Reichskanzler. Im Bayerischen Landtag stimmen nur die Abgeordneten der bayerischen SPD gegen die Abschaffung der freiheitlichen Demokratie. Die Münchner SPD-Stadträte lehnen die Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an Adolf Hitler ab. Sie werden von SA-Männern aus dem Saal geprügelt. Die SPD wird als erste Partei von den Nazis verboten. In vielen bayerischen Städten werden sozialdemokratische Widerstandsgruppen gebildet. Fast alle werden im Lauf der Jahre von den Nazis zerschlagen. Tausende SPD-Mitglieder fliehen ins Ausland oder werden verhaftet und in Zuchthäuser oder Konzentrationslager gesteckt. [] 1945 Nach Kriegsende flüchten über eine Million heimatvertriebene Sudetendeutsche nach Bayern, darunter viele Sozialdemokraten. Sie bilden neben Bayern, Franken und Schwaben den "vierten Stamm" der bayerischen SPD. Der bayerische Sozialdemokrat Professor Dr. Wilhelm Hoegner wird Ministerpräsident einer Allparteienregierung. Man nennt ihn heute den "Vater der Bayerischen Verfassung". [] Wilhelm Hoegner und Waldemar von Knoeringen [] 1947 wird Waldemar von Knoeringen Landesvorsitzender der bayerischen SPD. Er entwickelt die Grundzüge einer modernen Bildungs- und Kulturpolitik für Bayern. [] 1954 Professor Dr. Wilhelm Hoegner wird wieder bayerischer Ministerpräsident (bis 1957). [] 1968 Der jahrzehntelange Kampf gegen die Bekenntnisschule hat unter dem SPD-Landesvorsitzenden Volkmar Gabert endlich Erfolg: Ein Volksbegehren zwingt die CSU, die christliche Gemeinschaftsschule als Regelschule einzuführen. [] 1972 Nachdem er zwölf Jahre 1972 lang Oberbürgermeister von München war, wird Dr. Hans-Jochen Vogel zum Landesvorsitzenden der bayerischen SPD gewählt. [] 1977 Der Franke Dr. Helmut Rothemund wird Landesvorsitzender. [] Liebe bayerische Bürgerinnen und Bürger, [] am 15. Oktober finden Landtags- und Bezirkstagswahlen statt. Die CSU hat 1974 bei der Landtagswahl 62 Prozent erreicht. Eine solche Übermacht führt zu Arroganz und Machtmißbrauch. Die CSU bildet sich ein, sie könne tun und lassen, was ihr gerade paßt. Sie hat die Fähigkeit zum Kompromiß längst verloren. Deshalb kämpfen wir dafür, daß auch für die Politik in Bayern wieder gilt, was dieses Land ansonsten so liebenswert macht: der Grundsatz "Leben und leben lassen". [] Wir brauchen eine stärkere SPD im neuen Landtag! [] Die bayerische SPD macht seit bald hundert Jahren anständige Politik. Freiheit und Gerechtigkeit haben in der SPD eine lange Tradition. Auch künftig werden wir das bleiben, was wir sind: sozial und demokratisch! Ich bitte Sie deshalb um Ihre Stimme für die Kandidaten der bayerischen SPD. Gehen Sie bitte zur Wahl - Sie dürfen nicht zu Hause bleiben! [] Ihr [] Dr. Helmut Rothemund [] Landesvorsitzender der bayerischen SPD [] Die bayerische SPD [] Seit 1892
Published:15.10.1978